Gefahrstoffe

Die Erscheinungsformen von Gefahrstoffen sind vielfältig. Sie treten gasförmig, dampfförmig, nebelförmig, flüssig, staubförmig und fest auf. Die Aufnahme in den menschlichen Körper kann durch Verschlucken, über Haut und Augen und durch Einatmen erfolgen.

Das Sicherheitsdatenblatt ist dazu bestimmt, dem berufsmäßigen Anwender die bei Tätigkeiten mit Stoffen und Zubereitungen notwendigen Daten und Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Maßnahmen treffen zu können.

Die Einstufung gefährlicher Stoffe und Zubereitungen erfolgt nach ihren Eigenschaften. Z. Bsp.:

explosionsgefährlich: E
brandfördernd: O
hochentzündlich: F+
leichtentzündlich: F
entzündlich: R 10
sehr giftig: T+
giftig: T

Die Kennzeichnung mit R- und S-Sätzen (»Risiko- und Sicherheitssätze«) dient der Charakterisierung der Gefahrstoffmerkmale. Mit der Verordnung (EG) 1272/2008 werden statt dessen H- und P-Sätze (Gefahren- und Sicherheitshinweise) eingeführt. Es gilt eine Übergangsfrist bis 2015. Bis dahin können die selben Gefahrstoffe noch unterschiedlich gekennzeichnet sein.

Die Neufassung der Gefahrstoffverordnung brachte 2005 ein neues Grenzwertkonzept.

neu: Arbeitsplatzgrenzwert AGW
alt: Maximale Arbeitsplatz-Konzentration MAK, Technische Richtkonzentration TRK
neu: Biologischer Grenzwert BGW
alt: Biologischer Arbeitsstoff-Toleranzwert BAT

Die alten Bezeichnungen MAK-Werte, TRK-Werte und BAT-Werte können bis zur vollständigen Umsetzung der Verordnung als Richt- und Orientierungsgrößen weiter verwendet werden.

Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. Arbeitsplatzgrenzwerte sind Schichtmittelwerte bei in der Regel täglich achtstündiger Exposition an 5 Tagen pro Woche während der Lebensarbeitszeit.

Der Biologische Grenzwert (BGW) ist der Grenzwert für die toxikologisch-arbeitsmedizinisch abgeleitete Konzentration eines Stoffes im entsprechenden biologischen Material, bei dem die Gesundheit eines Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird. In der Regel wird eine Stoffbelastung von maximal 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich zugrunde gelegt.